Die Pyometra ist eine lebensbedrohliche Infektion der Gebärmutter. Sie entsteht durch eine Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter (Pyo“ für Eiter und „Metra“ für Gebärmutter)und tritt bei nicht kastrierten Hündinnen ca. 2 – 16 Wochen nach der Läufigkeit auf. In diesem Zeitraum wird die Gebärmutter für eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet und ist anfälliger für eine Besiedlung mit Bakterien. Einige Bakterien bilden Toxine, welche ab einer bestimmten Konzentration zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Symptome:

Zu den Kranheitsanzeichen gehören vermehrtes Trinken und Urinieren, verminderter Appetit, Gewichtsverlust, Lahmheit, Lethargie und Fieber. In einigen Fällen kann der Bauch der Hündin geschwollen sein. Bei der sogenannten offenen Form der Pyometra kommt es zu einem vaginalen Ausfluss, der meist übelriechend und eitrig-blutig ist. Die Hündinnen belecken in diesen Fällen ihre Vulva vermehrt, die oft geschwollen ist. Bei der sogenannten geschlossenen Form der Pyometra fehlen die spezifischen Symptome und auch das Allgemeinbefinden muss anfangs nicht immer gestört sein. Das macht die Früherkennung dieser lebensgefährlichen Erkrankung so wichtig, um eine schnelle Behandlung zu ermöglichen und Notfälle zu vermeiden.

Spezielle Diagnostik:

Um eine Pyometra zu erkennen, wird neben der Allgemeinuntersuchung sehr vorsichtig der Bauch abgetastet. Eine stark vergrößerte Gebärmutter ist durch die Bauchdecke zu fühlen. Eine Untersuchung der Vagina und eine Zytologie des Scheidenabstriches kann ebenfalls weiterführen. Das diagnostische Mittel der Wahl ist die Ultraschalluntersuchung des Abdomens (Sonographie). Damit kann man die dicken, neben- und übereinanderliegenden, gefüllten Uterusschlingen gut darstellen. Eine Blutuntersuchung ist auch sehr hilfreich, denn mit der Erhöhung der weißen Blutzellen und des CRP Wertes kann eine Entzündung im Körper der Hündin nachgewiesen werden. Außerdem können die Blutwerte einen Hinweis auf die Funktionsfähigkeit der Organe liefern, was für die Prognose wichtig ist. Leberwertveränderungen und Nierenschädigungen treten häufig bei einer Pyometra auf.

Behandlungsmöglichkeiten:

Die Pyometra ist ein medizinischer Notfall, der sofortige tierärztliche Hilfe erfordert. Je nach Schweregrad der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Hündin stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. In den meisten Fällen ist eine Operation notwendig, um die Gebärmutter und die Eierstöcke zu entfernen (Kastration). Dies ist oft die beste langfristige Lösung, um das Wiederauftreten einer Pyometra zu verhindern. In einigen wenigen Fällen, beispielsweise um die Zuchtfähigkeit der Hündin zu erhalten, kann eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden. Dies ist aber abhängig von verschiedenen Faktoren und sollte nur unter eingehender regelmäßiger tierärztlicher Kontrolle des Krankheitsverlaufes erfolgen.

Vorbeugende Maßnahmen:

Die beste vorbeugende Maßnahme gegen eine Pyometra ist die Kastration. Durch die Entfernung der Eierstöcke und ggf. der Gebärmutter wird das Risiko einer Infektion vollständig eliminiert. Da Hündinnen nicht in die Menopause kommen, werden sie bis ins hohe Alter läufig. Daher kann eine Pyometra auch bei älteren Hündinnen auftreten, die dann kastriert werden sollte. Darüber hinaus sollten Hündinnen regelmäßig tierärztlich untersucht werden, um Anzeichen einer Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Fazit:

Die Pyometra ist eine ernsthafte Erkrankung, die das Leben unserer geliebten Hündinnen gefährden kann. Da immerhin ein Viertel aller nicht kastrierten Hündinnen eine Gebärmutterentzündung entwickeln können, ist es mir als Tierärztin ein Anliegen, ein Bewusstsein für die frühe Erkennung der Krankheitsanzeichen zu schaffen und ihre Prävention zu betonen.

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